Als Künstler

Ich bin ein Selbermacher.

Die Ideen für tausend Dinge fliegen mir einfach so zu. Mein Lebensglück besteht im Zusammengehen von körperlicher und geistiger Erfahrung, im begeisterten Engagement, im Neuen, im Pioniertum. Ich will löten, bohren, sägen, Pläne zeichnen, programmieren, berechnen, Verträge verhandeln, Konflikte austragen.
Ich will schmutzige Hände. Ich putze auch die Latrine. Auch da ist Zen zu finden.

Für grosse Projekte brauche ich meine Assistenten - von Klavierlehrern zu Kunstmalern zu Medizinprofessoren zu Schweissern und Copyright-Anwälten.

Man wirft mir den Hansdampf in allen Gassen vor. Ich halte das für ungerecht. Wenn ich als Konzertpianist aufrete habe ich vorher geübt. Das ist nachprüfbar.
In meiner Biographie sind Live- und Studioaufnahmen zu hören. Niemand konzertiert unter Zubin Mehta ohne Vorlegen von CD’s und persönlichem Vorspielen.
Bei meinen Forschungen als Taucher machte ich die Tauchkammern, die Atemgeräte, die Elektronik und die Dekotabellen. Die US Navy mass die Weltrkorde.

Ich lebe seit 60 Jahren in der Kunst.

Ich habe mein Leben lang Kunst gesammelt. In Visipix.com sind gesamthaft etwa 150.000 Kunstwerke online. Das ist etwas mehr als im Louvre. Mein persönliches digitales Archiv umfasst 3 Millionen Bilder. Das ist Arbeit.

Als Künstler arbeite ich hauptberuflich seit Ende 2005. Jetzt stehen 150 Werke. Erst jetzt publiziere ich und stelle aus. Ich habe nicht die geringste Ahnung, ob meine Werke fürs MOMA taugen. Ich behaupte bloss, dass sie nicht dumm sind, dass ich sie liebe und sehr genau weiss was weshalb wie ist..

Stil

Man sagt mir, ich müsste mich wie Marc Chagall auf einen Stil und eine Palette festlegen und dann lebenslang Geigen in den Himmel hängen. Das sei besonders glaubwürdig. Ich werde nichts dergleichen tun. Jede neue Idee will ihre eigene Gestaltung. Grundsätzlich will ich den direktesten Kontakt mit der Aussage. Lieber die Lust an der 250 Kilo schweren Registrierkasse aus der USA in einer Installation als eine Malerei. Lieber das Foto einer britischen Telefonkabine auf der Strasse als eine malerische Dekoration. Mein rituell erigierter Penis der mit Wolkenkratzern rivalisiert kann kein christlicher Teufelsstachel sein, sondern nur aus einem japanischen Shunga mit Bezug auf das Kanamara Festival in Kawasaki kommen. Das bedeutet das Mischen von Photos und Ukiyo-E Elementen. Es macht mir keinen Unterschied, ob ich das Matterhorn in ein Bild einbeziehe oder etwas das Picasso oder Bacon präzise und endgültig formuliert haben.

Wer malt?

Zu allen Zeiten haben Maler mit Virtuosität bezaubert. Einen Vogel so malen, dass man die Katze fernhalten muss. Hingegen wird niemand in Cézannes Aepfel beissen wollen. Hier zählen Idee, Konzept und Kontext. Viele Künstler lassen ihre Bilder von Assistenten realisieren. Von Rubens zu Warhol, Hirst und Ansel Adams. Holzschnitte, Architektur, Filme usw. werden von Facharbeitern realisiert. Was ist mit CD’s aus dem Tonstudio? Vladimir Horowitz arbeitete 3 Wochen in der Scala an einem Mozartkonzert. Beim Abhören der CD soll sich ein Techniker erdreistet haben zu: “Nicht wahr Herr Horowitz, so möchten Sie spielen können”.

Damit sind der Kuss der Muse Euterpe im Eimer und das Kunstwerk als Fetisch in Konkurrenz zum Hüftgelenk des Hl. Hieronymus.

Ich selber gestalte alle meine Werke am Bildschirm, hinunter zum letzten Pinselstrich. Dann malen meine Assistanten in China. Sie senden mir Fotos. Dann korrigiere ich Einzelheiten und erkläre meine Absichten. Am Schluss korrgiere ich wie ein Filmregisseur mit der Malerin Rita Maria Wepfer am Pinsel die letzen Einzelheiten. Eine Madonna brauchte Achselhaare, eine Fläche betonte eine bedeutungslose Vertikale. Man musste sie verschmieren. Dennoch: Die Werke tragen meinen Namen. Allerdings werde ich als Letzter bezahlt - wenn überhaupt.